TRAVEL

Der Traum aller Veganer – Bali

Unser Singapur-Bali-Urlaub ist mittlerweile auch schon zwei Monate vorüber, deshalb wird es Zeit für diesen Blogpost.

Da mein Freund berufsbegleitend auf der FH in Graz studiert und wir eigentlich nur den Sommer miteinander verbringen können, haben wir uns auf den Urlaub wirklich schon extrem gefreut und konnten es gar nicht erwarten Singapur und vor allem Bali zu erkunden.

 

Zwischenstopp – Singapur

Wir sind von Wien nach Bangkok geflogen, von dort weiter nach Singapur. Dort haben wir 2 Nächte eingeplant, da wir nach unseren Recherchen nicht wirklich viele Sehenswürdigkeiten gefunden haben bzw. fanden wir nicht sonderlich viel Interessantes. Im Nachhinein würde ich eine Nacht länger einplanen, weil alleine „little India“ und „Chinatown“ wirklich sehenswert sind. 

Da wir so ‚g’schlaucht‘ vom Flug waren, haben wir den ersten Tag komplett verschlafen und sind erst am späten Nachmittag raus und haben uns die Mall, Gardens by the Bay und Marina Bay angesehen.
Nach unserem kurzen Besuch in Singapur, sind wir dann auch schon weiter nach Bali geflogen.

 

Endlich – Bali

Der Strand von Canggu.

 

Canggu

Die ersten Nächte waren wir in Canggu das ist im Nord-Westen von Bali, dort haben wir eine kleine Villa über Airbnb gebucht mit Pool und einem Outdoor-Badezimmer. Diese Unterkunft war wirklich wunderschön und voll mit süßen Details, einfach total gemütlich.

Canggu empfanden wir als DAS Hipsterviertel in Bali. Ich glaube der Altersdurchschnitt aller Touristen dort lag vielleicht zwischen 25-35 Jahren. Das Zentrum von Canggu lag eher im Landesinneren, dort gibt es eine Straße mit vielen kleinen Lokalen und Geschäften zum Shoppen. Uns hat es dort wirklich supergut gefallen, da eben alles so gemütlich war und alles voll mit jungen Leuten, dort haben wir auch eine Leibnitzerin getroffen, die für ein paar Monate das indonesische Leben genießen durfte.

Am letzten Tag in Canggu wurden wir von einem Grummeln aufgeweckt. Es war kurz vor 7 Uhr in der Früh und alles hat irgendwie vibriert. An der Decke war ein Ventilator befestigt, der hin und her schwankte. Dominik und ich haben uns angesehen und uns gefragt ob das wohl ein Erdbeben ist oder was das war, sind aber gechillt im Bett liegen geblieben weil es wirklich nur kurz war und nicht weiter schlimm. Trotzdem hat es uns dann doch keine Ruhe gelassen und haben im Internet sofort nach Informationen gesucht und gleich Meldungen bezüglich eines Erdbebens nahe Lombok gefunden. Wir haben uns nichts dabei gedacht und sind  mit unserem Fahrer weiter nach Ubud. Wir haben mit dem einheimischen Taxifahrer gesprochen, der jedoch nur lachte und meinte, dass einmal im Jahr ein schwereres Erdbeben ist und dass es eben heute war aber dass keine weiteren kommen würden, somit war das Thema für uns abgeschlossen.

Bei den Reisterrassen in Ubud.

 

Ubud

In Ubud angekommen, haben wir unsere schöne Unterkunft bezogen. Wir haben uns für ein kleines Baumhaus direkt im Wald entschieden und waren wirklich sehr zufrieden mit unserer Auswahl. Leider hatten wir direkt im Zimmer so gut wie keine WLAN-Verbindung, deshalb rate ich euch ein Handy mitzunehmen, das offen für alle Netze ist denn dort gibt es die Möglichkeit Simkarten zu kaufen für Internet am Handy, das Internet dort ist nämlich unleistbar!

Der Straßenverkehr in Ubud.

Wir haben uns für alle fünf Tage in Ubud ein Moped ausgeborgt und sind die halbe Insel abgefahren. Auch wenn man zuerst denkt, dass Bali klein ist, spätestens wenn man mit dem Moped unterwegs ist, merkt man dass Bali ganz sicher NICHT klein ist. Wettertechnisch hatten wir vorallem in Bali kein Glück. Obwohl wir in der Bali-Hauptreisezeit dort waren, war es auf Bali so gut wie immer sehr bewölkt und im Norden hat es meistens leicht geregnet. Wir wollten auch unbedingt die Sonnenaufgangswanderung auf den Vulkan machen, doch es war wirklich ständig bewölkt deshalb haben wir uns einfach tausend andere Sachen angesehen wie zum Beispiel einige Tempel, Reisterrassen, abgelegene Strände, kleinere Ortschaften und so weiter.

 

 

Gilt Air

Nachdem wir die typischen Touristenlocations besucht hatten, haben wir unsere Rucksäcke gepackt und sind mit dem Speedboat auf die Insel Gili Air gefahren. Also diese Fahrt werde ich niemals mehr vergessen, ich hatte wirklich Todesängste. Ich bin absolut kein „Schisser“ aber diese Fahrt war ein Horror. Unsere Rücksäcke und die Koffer der anderen Passagiere wurden am Dach befestigt und wir haben uns ins Boot gesetzt. 

Im Boot schaukelte es ohnehin schon echt wild, doch dann gab das Boot erstmal Vollgas und ich dachte wir kippen auf der Stelle um. Es hat geheißen wir fahren ca. 1 – 1,5 Stunden… Wir fuhren allerdings 2 Stunden und was mir beim Einsteigen spanisch vorkam, überall sind schwarze Sackerln in den vorderen Sitzen eingeklemmt gewesen. Nach ca. 10 Sekunden war mir auch klar, dass das Kotzsackerln waren denn nach ein paar Minuten gings schon los. In den letzten Minuten der Bootsfahrt, waren so gut wie keine Sackerln mehr unbenutzt.

Diese schreckliche Fahrt hatte sich aber wirklich ausgezahlt, denn alleine der Ausblick vom Horrorboot auf die Insel war einfach nur mörderisch. Ich sags euch, diese Insel war wirklich der absolute Wahnsinn. Überall kleine Lokale mit guter Musik, mega gutem Essen, guten Getränken und auch preislich ist alles wirklich in Ordnung. Wir haben dort ein kleines Holzhäuschen gebucht, das zufällig an der perfekten Stelle lag nämlich an dem Strandabschnitt an den alle Touristen am Abend kamen um den atemberaubenden Sonnenuntergang anzusehen.

Sonnenuntergang auf der traumhaften Insel Gili Air.

Nach zwei Nächten im Paradies, fuhren wir weiter auf die Insel Lombok, weil wir dort 4 Nächte in einem superschönen Hotel geplant hatten. Dorthin sind wir 5min mit einem winzigen Boot gefahren, das mit dem Horrorboot absolut nicht zu vergleichen war. Als wir bei unserer Hotelanlage angekommen waren und uns an den Strand legen wollten, haben wir es schon bereut Gili Air verlassen zu haben, denn das Hotel war einfach viel zu groß und viel zu voll. Am Strand gab es keine freien Liegen mehr und ein kleines Bier hat über 5€ gekostet, diese Preise waren wir nicht mehr gewohnt, woraufhin wir uns entschieden haben das Hotel nach einer Nacht zu verlassen und zurück auf die Insel zu fahren. 

 

Das Erdbeben

Am Nächsten Tag sind wir dann mit dem kleinen Boot wieder zurück zur Insel Gili Air. Dort trafen wir uns mit Freunden die auch zufällig auf Gili Air waren und waren den ganzen Tag Schnorcheln. Nach dem anstrengenden Schnorchelausflug haben wir uns fertig gemacht um einen schönen Abend am Strand mit gutem Essen und guter Musik zu verbringen. Als wir in das Restaurant in der Mitte der Insel gehen wollten, grummelte es auf einmal und alles zitterte. Es fühlte sich so an, als ob eine riesen Straßenwalze an dir vorbeifahren möchte. Aus Reflex wollte ich Platz machen doch dann hat sich mein Freund schon auf mich gestürzt und hat mich unter sich begraben. Auf einmal merkte ich, dass es ein Erdbeben sein muss, denn die Erde wackelte so wild, dass niemand mehr aufrecht stehen konnte. Alle Menschen sind schreiend aus den Gebäuden gelaufen und auf einmal war es stockfinster.

Es war kurz vor 20 Uhr, dort war es bereits stockdunkel, da um kurz nach 18 Uhr die Sonne bereits unterging. Nachdem die Erde aufgehört hat zu beben, haben wir uns ein Fleckerl im Acker gesucht wo keine Gegenstände auf uns herabfallen konnten. Es ist Panik ausgebrochen, die Einheimischen hatten so etwas auch noch nie erlebt. Stephan hatte Angst vor Rissen im Boden und mir schoss sofort „Tsunami“ ein. Wir versuchten sofort übers Internet etwas herauszufinden was passiert war, ob es eine Tsunamiwarnung gibt etc., doch das Netz war tot. Die Insel ist so klein, wenn ein Tsunami gekommen wäre, hätten wir nicht die geringste Chance gehabt zu überleben, da die Insel flach wie eine Palatschinke ist. Wir sind einfach nur in der Wiese gesessen und haben gehofft dass keine Welle kommt. Immer und immer wieder kamen Nachbeben, zuerst relativ starke, dann wurden sie immer und immer leichter, doch das Grollen hat jedes Mal aufs Neue unser Blut frieren lassen.

Ein Besitzer eines Hostels kam auf seine Gäste zu und hat ihnen voller Verzweiflung mitteilen müssen, dass alles in sich zusammengebrochen ist und sie nichts retten konnten. Die Verletzten wurden nach und nach mit Holztragen direkt in unsere Mitte getragen. Auf der Insel gab es keine Ärzte, Krankenschwestern oder ähnliches, wir waren ganz auf uns alleine gestellt und die Verletzten konnten nur hoffen diese Nacht zu überleben. Nach einer Stunde kam dann wenigstens die erlösende Nachricht, dass die Tsunamiwarnung aufgehoben wurde. Zuerst haben alle aufgeatmet, doch es waren immer wieder Nachbeben, es wusste niemand ob nicht vielleicht doch noch ein starkes Beben kommt. Nach 5 Stunden haben wir uns aufgemacht um unsere Sachen aus dem Häuschen zu holen. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt auch nicht, ob nicht unser Haus auch zerstört wurde. Zum Glück stand es noch, so dass wir unsere Sachen schnell aus dem Haus holen konnten und haben uns dann mit unserem Bettzeugs ans Meer gelegt, da dort LED Lichterketten wenigstens ein bisschen Licht spendeten.

Das war unser „Schlafplatz“ bei den Lichterketten am Strand.

Diese Nacht war der absolute Albtraum, da es andauernd ruckelte, grummelte und man das Meer auch nie wirklich hörte. Als es dann langsam hell wurde, war ich der glücklichste Mensch, da wir diese Nacht überlebt hatten. Michelle und ich haben auf unsere Sachen aufgepasst und unsere Männer haben sich auf den Weg zum Hafen gemacht um zu schauen, wie die Lage so ist um von der Insel weg zu kommen. Man muss dazu sagen, dass keinerlei Hilfskräfte kamen, wir saßen wirklich die gesamte Nacht allein auf dieser Insel und niemand konnte uns helfen, weil die Insel Lombok im absoluten Ausnahmezustand war. 

Als Dominik und Stephan zurückkamen, haben ihre Blicke bereits Bände gesprochen. Sie meinten, dass wir es dort garnicht versuchen brauchen da tausende Menschen in Panik auf ein Boot warten und hysterisch teilweise wieder aus den Booten gefallen sind, da viel zu viele Menschen auf den Booten waren.

Ich war so verzweifelt und zum ersten Mal sind mir die Tränen gekommen weil ich keine einzige Minute mehr auf dieser Insel verbringen wollte. 

Dominik und Stephan sind dann zu den Besitzern unserer Unterkunft gegangen um zu fragen ob wir in der Zwischenzeit was für sie tun können. Sie hatten gerade ihr privates Boot beladen und meinten wir hätten 2min Zeit, wir sollen unsre Sachen packen und sofort kommen, sie nehmen uns mit auf die Insel Lombok, dort sind wir sicher. 

 

Unser ungeplante Flughafenaufenthalt

Wir waren ihnen so unendlich dankbar, das kann man nicht in Worte fassen. Als wir angekommen waren, mussten wir warten bis uns jemand mit zum Flughafen nahm. In der Zwischenzeit haben wir auf der Insel Lombok das Ausmaß gesehen, die Risse vom Asphalt, teilweise eingestürzte Häuser und dann fuhr auch noch ein Schiff ein und die Leichen der Inseln wurden abtransportiert und dahinter die verzweifelten Angehörigen. Wenn ich das so niederschreibe, dann bekomme ich heute noch Gänsehaut. Nach einer gefühlten Ewigkeit fanden wir jemanden, der uns zum Flughafen brachte. Dort angekommen waren schon tausende Menschen am Flughafen. Wir saßen am Boden und haben einfach nur gewartet, kein Mensch wusste was wir machen sollten. Am frühen Abend wurden Teppichböden ausgelegt, so mussten wir nicht am kalten Fliesenboden schlafen. Die Nacht war ebenfalls der Horror da die Nachbeben auch dort weitergingen. Ein Grummeln, ein Zittern und alle Menschen liefen schreiend aus dem Flughafen. In den Nächten am Flughafen konnte ich nie länger als 1-2 Stunden schlafen. War aber auch nie müde sondern stand 24/7 unter Adrenalin. Am Flughafen waren am nächsten Tag schon einige Journalisten mit ihren Kamerateams, auch Botschafter trudelten nach und nach ein. Helfen konnten uns die Botschafter allerdings nur, wenn man den Pass verloren hat. Um Flüge etc mussten wir uns selber kümmern und stundenlang in einer Schlange anstehen.

Unser Schlafplatz am Flughafen in Lombok.

Nach 2,5 Nächten am Flughafen, konnten wir endlich von Lombok nach Bali fliegen. Auch dort wackelte der Boden, allerdings wurde Bali als „safe“ erklärt, mussten uns also keine Sorgen machen, war aber leider leichter gesagt als getan nach diesem Schock. Als wir mitten in der Nacht in Bali am Flughafen angekommen sind, haben wir die Nacht VOR dem Flughafen verbringen müssen, da wir NICHT IM Flughafen schlafen durften!!!! Da haben wir kurzerhand ein Hotelzimmer gebucht wieder in Canggu da wir uns dort wohl gefühlt hatten und man dort auch schnell am Flughafen ist. Ich habe ein Hotelzimmer mit Gartenanteil ausgesucht, falls wieder ein Erdbeben kommen sollte. Als wir beim Hotel ankamen, bekamen wir ein gratis Upgrade in eine Suite GANZ OBEN im letzten Stock. Ich fragte mich, wieso wir so bestraft werden. Auf der einen Seite so mega nett, auf der anderen Seite der absolute Horror für uns. Wir nahmen das Angebot natürlich trotzdem an und verbrachten dort die letzten beiden Nächte ohne Schlaf mit einem schwereren Nachbeben inklusive. Wir haben nur noch die Stunden gezählt, bis wir endlich zum Flughafen fahren konnten und im sicheren Flugzeug nach Österreich sitzen konnten. Doch selbst am Flughafen machte mich jeder Schrei und jeder laufende Mensch verrückt und panisch.

Dann endlich der Abflug von Bali nach Doha – 9 Stunden Flug, 6 Stunden Komplikationen. Von Doha weiter Richtung Wien –  Landung während eines Gewitters in Wien – abnormal gestört.

Nach dieser Reise war ich so froh, als wir festen und stabilen Boden unter den Füßen hatten. Als Überraschung kamen uns Dominiks und meine Eltern + Vera + Daniel in Wien holen. 

 

 

Als Tipp meiner kleinen Urlaubsgeschichte kann ich euch nur weitergeben, bevor ihr Urlaub in einem Nicht-EU-Land macht, meldet es bei eurer Botschaft, dann solltet ihr in solchen Fällen laufend Informationen erhalten und recherchiert im Internet welche Gefahren in den jeweiligen Urlaubsorten auf euch warten könnten. Vor allem in Tsunamigebieten haltet Ausschau nach den höchsten Häusern und wohin man im Fall der Fälle laufen muss, es gibt dort auch Schilder wie man sich zu verhalten hat.

eure Ines♥

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